Österreich

Österreich begeistert. Alleine schon der Fakt, dass Hallstadt wie oben im Bild gezeigt, wenn auch spiegelverkehrt, originalgetreu in China nachgebaut wurde zeigt, dass auch Menschen aus fernen Ländernbeeindruckt von der Schönheit Österreichs sind.

Als Briefmarkenland ist Österreich extrem abwechslungsreich, es bietet durch die Epochen viele schöne Möglichkeiten, sich mit diesem Land zu beschäftigen. Es sind derer so viele, dass man sie in einer kurzen Zusammenfassung gar nicht alle abdecken kann. Auch auf den Unterseiten wird es nur möglich sein, einen Teilbereich zu zeigen. Wer speziell bei den alten Briefmarken und Ganzsachen von Österreich und all seinen Auslandspostämtern und Gebieten  bis 1918 einsteigen möchte, dem lege ich die 4-bändige Katalogsammlung von Herr Ferchenbauer ans Herz. Leider hört es mit dem Jahr 1918 auf, aber es gibt nichts ausführlicheres und gestalterisch schöneres als dieses Werk.

Man kann bei Österreich vor der Briefmarkenzeit anfangen zu sammeln. Aufgrund der Größe Österreichs zu der damaligen Zeit gibt es viele Orte und Stempel, die man zusammentragen kann. Die erste Ausgabe 1850 mit dem Wappen von Österreich hat aufgrund vieler Unregelmäßigkeiten viele Abarten, die man sammelnswert sind. Gestempelt ist der Satz nicht allzu teuer und gut erwerbbar. Schöne Briefe mit einem selteneren oder sehr hübschen Stempel (es gibt von Österreich sehr viele) werden schnell teuer. Genauso wie Einheiten oder gar ungestempelte Ausgaben.

Danach kommen die ersten Zeitungsausgaben mit dem Merkurkopf. Eine der teuersten und bekanntesten Briefmarken ist der rote Merkur (zinnober). In der Folgezeit wechseln sich Wappen mit Briefmarken von Kaiser Franz Joseph ab, der von 1830 – 1916 lebte und sehr lange regierte. Zu Kaiser Franz Joseph gibt es eine Ausgabe zum 80. Geburtstag 1910 und die letzte Briefmarke  mit seinem Abbild in seinem Todesjahr 1916 im 1. Weltkrieg. Während dieser Zeit war Österreich-Ungarn eine Weltmacht und deshalb gibt es Postwertzeichen aus vielen Gebieten im Balkan und der Levante. Es wurden viele Postämter im Ausland eröffnet und man kann österreichische Briefmarken mit Stempel aus Belgrad, Jerusalem und sogar Ägypten finden. Diese Postämter hatten z.T. ein recht gutes Postaufkommen, nicht jeder Stempel ist selten.

Mit dem 1. Weltkrieg und der Eroberung von Serbien und Bosnien – Herzegowina gibt es sehr viele Serien mit z.T. sehr gelungenen Motiven aus diesen Gebieten. Es sind umfangreiche Sammelgebiete und speziell echt gelaufene Bedarfsriefe sind schwer zu finden. Aber auch die Briefmarken haben recht geringe Auflagen, trotzdem findet man hier viel leichter etwas.

Nach dem Zusammenbruch 1918 merkt man Österreich an, dass  mit der Gründung der Republik Österreich sehr viele Probleme bestanden. Das ist kein Wunder, Österreich hatte den größten Teil seines Staatsgebietes abgeben müssen, das bis in die heutige Ukraine und im Süden bis an Serbien und Teile Italiens reichte. Man ging sehr hart mit dem Land um, so musste auch Südtirol an Italien abgetreten werden, obwohl die Bevölkerung zum größten Teil deutschsprachig war und nicht zu Italien wollte. Mit all den Schwierigkeiten, auch den wirtschaftlichen setzte ähnlich wie in Deutschland eine Inflation ein und es gab sehr viele Ausgaben mit vielen Wertstufen, die immer höher wurden. Die Marken von 1918 – 1922 sind einfach gestaltet, aber aufgrund der Jugendstilmotive z.T. richtig schön. Sie sind bis auf Abarten häufig und leicht zu bekommen.

Ab 1922 ändert sich das Bild komplett. In der Zeit von 1922 – 1938 bis zum Anschluß an das Deutsche Reich wurden viele schön gestaltete Briefmarkenausgaben herausgegeben. Da die Auflagen häufig sehr gering waren, sind sie entsprechend teuer. Viele Sonderausgaben wurden für Sammler erschaffen, deshalb sind einige bedarfsgestempelt sehr selten. Daneben gab es Dauerserien, die gerne und viel benutzt wurden. Kurioserweise sind einige davon postfrisch selten und teuer, es waren reine Gebrauchsmarken. Wenn man etwas finanzieren kann, ist diese Periode ein schöner Teil Österreichs, weil die Marken unfassbar gut gestaltet sind. Durch den Anschluß an das Deutsche Reich sind Briefe mit Frankaturen von österreichischen und deutschen Marken gleichzeitig möglich gewesen, die zur damaligen Zeit sehr beliebt waren. Heute ist das nicht mehr so, aber sie werden trotzdem von einigen Sammlern gesucht.

Nach der Niederlage im 2. Weltkrieg fing Österreich mit überdruckten Hitlermarken und einigen wenigen überdruckten Sondermarken aus dem Deutsche Reich an. Daneben gibt es lokal viele überdruckte Hitlermarken, die selten und teuer sind. Die Maßnahmen wurde ergriffen mangels anderer Möglichkeiten. Die westlichen Alliierten fingen bereits mit einer ersten Ausgabe ab 28.Juni 1945 an, die bereits vor Kriegsende vorbereitet wurde und die man verwendete. Ab November 1945 gab es die erste Ausgabe für ganz Österreich und man fing ab 1946 an, wieder ganz normal Briefmarken herauszugeben Bis etwa 1955 findet man noch Briefmarken, die gesuchter sind. Danach ist Österreich über Jahrzehnte sehr einfach zu komplettieren, weil die Briefmarken hohe Auflagen haben und für die abgebotene Masse nicht die Nachfrage besteht. Man muss aber auch ganz klar sagen, dass die Ausgabepolitik langweilig war. Erst in den letzten Jahren meint man, mit besonderen Materialen, besonderen Währungen (Kryptowährungen) die ganze Sache wieder spannender gestalten zu müssen. Das ist zweifelsohne Geschmackssache und muss jeder für sich entscheiden.

Österreich 1900 - 1919

Jahr Erhaltung
1910 postfrisch
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