Belgien

Belgien ist mit der Gründung 1830 ein noch recht junger Staat, wobei der Name Belgien von Cäsar mit der Provinz Belgica eingeführt wurde.  Es liegt im nördlichen Westen mit den Nachbarn Niederlande, Deutschland, Luxemburg und Frankreich und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Es war Teil vieler europäischer Nationen wie Österreich, Spanien, Frankreich und Niederlande. Geschadet hat es dem Land nicht, es war sehr wohlhabend durch den Handel, Herstellung von Tuchen und im Besitz der großen Kolonie Belgisch-Kongo.

Belgien hat zwei Volksgruppen, die Flamen und die Wallonen, die leider seid langer Zeit zerstritten sind. Das hat nicht immer einen guten Einfluß auf das Land, da es die Einigkeit immer wieder in Frage stellt.  Fährt man durch Belgien, sieht man dass es sehr dicht besiedelt ist. Mit 374 Einwohnern pro km² sogar dichter als Deutschland. Es gibt sehr schön erhaltene mittelalterliche Städte und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Belgier kontaktfreudig und aufgeschlossen sind. Es fällt einem nicht schwer, Menschen kennen zu lernen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, auch die Küche ist sehr gut.

Bei den Briefmarken hatte Belgien von mir lange keine große Beachtung geschenkt bekommen. Ich bin auch heute nicht der große Spezialist, obwohl ich gerade aufgrund meiner neuen Webseite dies ein bisschen geändert habe. Belgien hat 1849 schon sehr früh Briefmarken herausgegeben, aber ich muss gestehen dass der klassische Bereich für mich persönlich nie sonderlich herausgestochen hat. Bis 1896 gibt es mehr oder minder interessante und schöne Ausgaben vornehmlich mit Porträts des Königs, Wappen und Ziffernausgaben. Manches ist erstaunlich häufig zu finden, aber natürlich gibt es auch sehr seltene Ausgaben und Varianten. Besonders die Ausgaben von 1849 – 1865 ungebraucht sind schwer zu finden und entsprechend teuer. Briefe aus der Zeit sieht man immer wieder, sind aber weit weg von Massenausgaben. Danach sind bis 1896 alle Ausgaben mit Ausnahme des 5 Franc-Wertes gestempelt ohne große Probleme zu beschaffen.

Interessanter wird es nach 1896 mit sehr schönen frühen kunstvoll gestalteten Sonderausgaben, sehr viele in Stichtiefdruck gestaltet. Belgien hat zudem als einziges mir bekannte Land zusätzliche Anhänger, die darum bitten, nicht am Sonntag Post zu versenden. Das hat die belgische Post getan und wer das wollte, hat diesen Anhänger entfernt. Man findet den Vermerk auch auf Ganzsachen. Ab dem 1. Weltkrieg werden die Marken ohne den Anhänger herausgegeben.

Die Technik schritt voran und es wurden immer mehr Briefmarken mit anderen Druckarten wie z.B. Rastertiefdruck hergestellt. Der erste Block erschien 1930 und ab 1949 fing es vermehrt an, dass mehrfarbige Briefmarken erschienen. Mehrfarbige Briefmarken in größerm Umfang und als normale Erscheinungsform kamen ab 1957 heraus. Das ist keine Eigenart Belgiens, diese Entwicklung kann man in vielen Ländern beobachten. Die Technik war einfach so weit fortgeschritten, dass es nicht mehr zu teuer war. Theoretisch waren mehrfarbige Drucke schon sehr lange möglich, aber die Kosten entsprechend hoch.

Man kann Belgien bis weit in die Gegenwart sammeln, da es attraktive Briefmarken herausgegeben hat. Aber leider, wie so viele andere Länder merkt man auch diesem Land an, dass die neuen Ausgaben nur noch für Sammler hergestellt werden und man mit einer Inflation unsinniger Blockausgaben geradezu bombardiert wird. Stand Januar 2020 ist man bei Block 247 angekommen, ein Unwesen dass man nicht unterstützen muss. Meine Grenze ist die Einführung des EUROs 2002, danach schenke ich den Ausgaben Belgiens keine Beachtung mehr. Im übrigen sind die Marken mit belgischen Francs noch frankaturgültig.

Belgien bietet neben den normalen Ausgaben sehr interessante Zusatzgebiete. Es gibt Vorausentwertungen, die spezialisierte Sammler suchen. Daneben sogenannte Publicel-Karten, dass sind spezielle Werbekarten mit Reklame, die ganz hübsch anzusehen sind. Natürlich auch Dienstmarken  und Eisenbahnpaketmarken, die sehr reizvoll zum sammeln sind, weil sie ein abgeschlossenes Gebiet sind, die 1988 eingestellt wurden. Der Eisenbahnliebhaber findet sehr viele schöne Motive. Die Portomarken sind auch sehr umfangreich, daneben Telegraphenmarken und Zeitungspaketmarken. Geschichtlich interessant aus dem 1. Weltkrieg Ausgaben für Eupen und Malmedy bis zur Annektion Belgiens 1920 und die belgische Militärpost im Rheinland. Wem das nicht genug ist, der kann die belgischen Kolonien mit aufnehmen. Belgisch-Kongo z.B. hat sehr viele attraktive Ausgaben. Man sieht, es gibt sehr viele Möglichkeiten, an dieses Gebiet heranzugehen.  

Ich habe erst seid kürzerem versucht, etwas mehr Material zu bekommen. Dabei habe ich festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, weil nicht viele Sammlungen angeboten werden. Ich werde mich trotzdem bemühen, einiges aus Belgien der unterschiedlichen Zeitepochen zu zeigen.

Belgien 1900 - 1919

Jahr Erhaltung
1914 postfrisch
1915 postfrisch

Belgien 1920 - 1939

Jahr Erhaltung
1925 postfrisch
1926 postfrisch
1927 postfrisch
1928 postfrisch
1928 gestempelt
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